Immer weiter „FORAN“ – auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmer

Bereits auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass Roman P. Büchler kein klassischer Berater im Anzug ist. Der virtuelle Hintergrund während unseres Videointerviews zeigt einen Waldweg, gesäumt von frischem Grün und gibt einem direkt das Gefühl, in die Natur aufbrechen zu wollen. Neue Wege gehen und dabei mit und für seine Klienten Hindernisse aus dem Weg zu räumen – dafür steht der Schweizer mit seinem Unternehmen FORAN. Er erzählt uns von den prägendsten Momenten auf seinem eigenen Weg hin zum erfolgreichen Unternehmer.
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| Roman Büchler

Freiheitsgefühle im LKW

Nach seiner Ausbildung erfüllte sich Roman P. Büchler zumindest in Teilen seinen Kindheitstraum, mit einem überdimensionalen Truck durch die USA zu fahren. Letztlich wurde es ein LKW in der Schweizer Armee – der seinen Wunsch nach Freiheit und Weite erfüllte. Auf die Frage, wie sich Freiheit und die strenge Hierarchie in der Armee vereinen lassen, antwortet er: „Der Auftrag, zum Beispiel Material von A nach B zu bringen, war klar, doch wie genau ich fahren musste, welche Route ich nehme, das durfte ich selbst bestimmen.“ Dies steht für ihn auch im Zusammenhang mit modernen Organisationsansätzen – die zwar ein Ziel vorgeben aber die Mitarbeitenden selbstbestimmt und selbstverantwortlich den Weg gehen lassen, wie sie dieses erreichen. Einen wertvollen Grundsatz, den er ebenfalls aus dieser Zeit mitnimmt, ist „Wer fährt, führt nicht, wer führt, fährt nicht.“ Wenn er jemanden von höherem Grad als Beifahrer hatte, dann führte dieser, während er fuhr. „Jeder hatte seine Rolle. Und das Prinzip beherzige ich noch heute – wer führt, der sollte nicht operativ eingreifen.“

Nach seiner Militärzeit sortierte sich Roman P. Büchler neu. In seinen Ausbildungsberuf zurückzukehren, war keine Option. Er entschied sich dazu, in die IT-Firma seines Onkels einzusteigen. Dort lernte er von der Pike auf – von Kabel bis PC – alles über IT. Nach rund eineinhalb Jahren, in denen er sich zum Certified Network Engineer weiterbildete, viel lernte und wertvolle Kontakte, die bis heute halten, knüpfte, war es für ihn an der Zeit weiterzuziehen oder besser gesagt, zurück in seine Heimat in die Ostschweiz zu gehen, in der auch seine Partnerin lebte.

Organisationsentwicklung – der Weg geht weiter

Er blieb der Branche treu und wechselte zu einem kleinen IT-Dienstleister. Zu dessen Kunden zählte später auch die Stadt St. Gallen. Er war wesentlich daran beteiligt, die ganze Stadt zu vernetzen und zwei eigene große Rechenzentren aufzubauen. „Ich war überall Teil der Entwicklung. Zum einen auf technologischer Seite, zum anderen in Organisationsentwicklungen“, erzählt Roman P. Büchler.

Mitte der 90er beschäftigte er sich erstmalig intensiv mit dem Thema Organisationsentwicklung und stellte sich dabei herausfordernde Fragen: „Wie machen wir Organisationen fit für die Zukunft?“ oder „Welche Personen sind die Richtigen?“ Der Samen für sein heutiges Unternehmen „FORAN“ wurde in dieser Zeit gepflanzt und daraufhin viele Jahre mit Gedanken und Impulsen bewässert. Weiterentwicklung und Vorankommen waren dem zielorientierten Schweizer schon immer wichtig. Er setzte sich bereits in jungen Jahren Entwicklungsziele über einen Zeitraum von 10 Jahren und verfolgte diese konsequent.

Auf Empfehlung in die Beratung

Für Roman P. Büchler hatte die IT nach 20 Jahren in der Branche an Glanz verloren. „Ich wollte meinen Rucksack mehr mit Beratung füllen. Meine Stärke liegt darin, Systeme und Unternehmen von außen zu betrachten und Führungskräften auch einmal den Spiegel vorzuhalten.“ Doch er wusste ebenfalls, dass er sich nicht ohne weiteres als ITler, jetzt als Führungs- und Organisationsentwicklungs-Spezialist, auf dem Markt positionieren konnte. Im Zuge seiner Tätigkeit kam er auch mit einem Gründer einer der renommiertesten Beratungsunternehmen der Schweiz in Berührung. „Wir arbeiteten intensiv im Bereich Informationssicherheit zusammen und er lud mich nach einem Termin zu einem Kaffee ein“, berichtet Roman P. Büchler. Bei diesem Gespräch sagte der Gründer zu ihm: „Ich spüre, dass du wahrscheinlich nicht wahnsinnig viel älter wirst in dieser Organisation. Und bevor du irgendwo anders hingehst, komm zu uns. Menschen wie dich können wir gebrauchen.“

Wie so oft in seinem Leben brauchte Roman P. Büchler kein Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch, sondern wechselte auf Empfehlung in ein neues Unternehmen.

Vom „Handlanger“ zum gefragten Berater

Plötzlich fühlte sich Roman P. Büchler ein klein wenig zurückversetzt in seine Zeit als Auszubildender. Er kam mit vielen Akademikern, Doktoren, Professoren und Ingenieuren zusammen. „Ich spürte, dass diese sagten ‚Was wollen wir mit dem?‘ Eine Herausforderung, die ich gerne annahm, schließlich glaubte einer der Gründer felsenfest an meine Fähigkeiten.“ In den ersten beiden Jahren verdiente er sich seine Sporen, arbeitete den Kollegen zu und unterstützte diese. „Ich lernte mit Gegenargumenten umzugehen und mit Leistung zu überzeugen. Das hat mich enorm geformt.“

Zu Beginn seiner Beratungs-Karriere begleitete er den Gründer zu vielen Terminen. „Kam ein gewisses Thema zur Sprache, zeigte er auf mich und sagte: ‚Da ist mein Spezialist für diese Themen. Wenden Sie sich direkt an ihn, da sind Sie gut aufgehoben.‘ Das war für mich wie ein Ritterschlag.“ Er wurde Schritt für Schritt vom Handlanger zum gefragten Berater.

FORAN – der Startschuss fürs eigene Unternehmen

Nach vielen Jahren im Beratungsunternehmen kristallisierte sich für Roman P. Büchler heraus, dass er dort nichts mehr bewegen konnte. Seine Ideen wurden abgeschmettert, er war und blieb immer ein Exot. „Dann mach ich's jetzt selbst“, war für ihn die logische Konsequenz. Gemeinsam mit einem Partner gründete er FORAN, reduzierte zunächst seine Arbeitszeit in der Beratungsfirma und begann erste kleinere Mandate an Land zu ziehen. Der Start in die Selbstständigkeit war kein Zuckerschlecken – erst recht nicht in Zeiten einer weltweiten Pandemie.

Existenzängste und Herausforderungen überwinden

Roman P. Büchler war gerade zu 100% in seinem Unternehmen angekommen als zwei Wochen später der Lockdown ausgesprochen wurde. „Die ersten 3, 4 Monate haben wir keine Termine bekommen. Videokonferenzen waren noch nicht üblich.“ In dieser Zeit fühlte er sich wie in eine Waschmaschine gesteckt und ordentlich durchgeschleudert. Wie sollte es weitergehen? Existenzängste machten sich breit. Er schränkte sein Hobby, das Reiten, ein und trennte sich sogar von einem der Pferde. Er konnte sich nur knapp über Wasser halten, doch investierte weiterhin all seine Energie ins Unternehmen, was auch familiär einige Herausforderungen mit sich brachte. „Und dann kam der nächste Dämpfer. Wir hatten Mandate, aber das Personal wollte das nicht wirklich machen, inklusive meines Gründungspartners“, erzählt Roman P. Büchler. Es kam so weit, dass seine Partnerin ihm sagte, er sei gar nicht mehr anwesend und ihm empfahl, eine Auszeit zu nehmen. „Zwei Wochen Auszeit, aber eigentlich muss ich doch arbeiten und vieles erledigen?“, waren seine Gedanken. Wie wichtig es letztendlich war, dass er sich doch ein paar Tage aus dem Geschäft nahm, auf eine Alp in die Berge ging, schildert er wie folgt: „Ich traf mich am ersten Tag auf der Alp mit Ben Schulz und das hat mir so viel Klarheit gegeben, dass ich die drei nachfolgenden Tage wirklich ausgestaltet habe, um in eine echte Vorwärtsbewegung zu kommen.“ Nach seiner Rückkehr ordnete Roman P. Büchler noch einmal alles neu und offenbarte seinem Geschäftspartner, dass es die Firma, so wie sie bisher bestand, nicht mehr geben wird. Er befreite sich von Zwängen, in die sie sich hineinmanövriert hatten. Nach reiflicher Reflexion trennten sich die beiden. „Seit November 21 bin ich jetzt allein mit guten langjährigen Kollegen unterwegs. Und es gibt natürlich Ängste, aber ich habe mein Ziel nie aus den Augen verloren.“ Eckpfeiler Coaching

Früher dachte Roman P. Büchler, er brauche keine Coaches – eine Fehleinschätzung. Deshalb würde er sich aus heutiger Sicht raten, unbedingt so früh wie möglich, Begleiter an seine Seite zu holen. Er setzt heute auf verschiedene Coaches, die ihn weiterbringen. „Ich habe einen Mental Coach, der mir Methoden mitgibt, um meine ‚Festplatte‘ zu bereinigen, damit ich wieder klar denken kann“, erzählt er. Ein weiterer Coach unterstützt ihn, sich auf Referate vorzubereiten. Bei Business- und strategischen Themen setzt Roman P. Büchler auf die Unterstützung von Ben Schulz. „Was ich zu oft ausblende ist, dass ich auch einen universalen Coach für alle Lebenssituationen habe – meine Partnerin“, fügt er lächelnd hinzu.

Das nächste 10-Jahres-Ziel

Sein Ziel, mit 50 ein eigenes Unternehmen zu leiten, hat sich erfüllt – doch was kommt die nächsten Jahre? Aktuell stehen bei Roman P. Büchler drei große Projekte auf der Agenda: Stabilität für sein Unternehmen generieren, sein neues Buch schreiben, in das er viele seiner persönlichen Erfahrungen einfließen lässt und drittens möchte er daraus weitere wichtige Impulse für Unternehmen und Organisationen in Form von Referaten ableiten. „Und natürlich auch ein bisschen für die Rente vorsorgen“, lacht er. Getreu seines Lebensmottos nach Thomas Edsion: „Erfolg hat, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet“ geht er weiter auf seinem Weg FORAN.


Roman P. Büchler

Roman P. Büchler ist Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der FORAN GmbH in St. Gallen in der Schweiz. Nach vielen Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Verwaltungsrat, CEO und Unternehmensberater mit den Tätigkeits-Schwerpunkten Leadership-Mentoring, Teamentwicklung, Strategieentwicklung und digitale Transformation entschloss er sich, seinen Überzeugungen zu folgen. Er gründete die FORAN, um Führungskräfte und Organisationen zu begleiten und sie auf einer höheren Wirkungsebene zu unterstützen.

Der Experte für Leadership, digitale Transformation und Organisationsberatung begleitet mit FORAN Unternehmen zwischen 500 und 1.500 Mitarbeitenden. Er ist Sparringspartner und Zukunftsstratege für Top-Führungskräfte und ganze Geschäftsleitungs-Teams auf dem Weg der dynamischen Weiterentwicklung. Er übt Mandate in den Verwaltungsräten namhafter Unternehmen aus und übernimmt regelmäßig Interimsmandate in Führungsfunktionen. Damit stellt er seine innovativen und teils radikalen Thesen über erfolgreiche Führung selbst auf die Probe. Diese Verbindung zwischen innovativem Ideenreichtum und praktischer Anwendung schärft seine Sinne für das Wesentliche. Er sorgt so für neue Ansätze und kann diese neuen Strömungen schnell praktikabel anpassen.

Darüber hinaus ist er regelmäßig als Dozent in Universitäten und Weiterbildungszentren tätig. Als Autor hat er bereits zahlreiche Fachartikel publiziert und zwei Bücher zu den Themen digitale Transformation und strategisches IT-Management als Co-Autor herausgegeben.

www.foran.ch