"Ich bin nur gestresst" - wenn "Self Care" nur durch Abwesenheit glänzt

Das Thema „Stressmanagement“ brennt vielen Menschen unter den Nägeln. „Work Life Balance“? Netter Begriff, aber seien wir mal ehrlich – völlig an der Realität vorbei. Aber dennoch ist das Thema von enormer Bedeutung. Meine Lösung lautet „Selbstfürsorge“ bzw. „Self Care“ – aber nicht im Sinne von Beraterblabla oder Esoteriktrip, sondern für Jedermann umsetzbar. Meine Erfolgskicks für Deinen beruflichen und privaten Alltag gibt es hier!
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„Ich bin eigentlich den ganzen Tag über gestresst. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich meine Work Life Balance oder dieses Stressmanagement vernünftig in den Griff bekomme.“ 

Wie müsste es aussehen im Management, wenn das Thema Work Life Balance so gar nicht mehr funktioniert? Es gibt da einen Begriff, auf den ich näher eingehen möchte: „Selbstfürsorge“ oder neudeutsch „Self Care“. Leider hat das Thema „Self Care“ eine falsche Färbung in den letzten Jahren erhalten. Wenn man über „Self Care“ nachdenkt, hat man sofort Yoga Kurse im Kopf. Oder man sieht bei Instagram irgendwelche Menschen mit einem Prosecco-Glas in der Hand am Pool sitzen. Nach zehn Tagen ist der Urlaub vorbei, zurück ins Hamsterrad und die nächste „Self Care“-Zeit kommt erst im nächsten Urlaub wieder. Das ist alles, nur nicht das, was „Self Care“ tatsächlich bedeutet.

Selbstfürsorge ... Warum ist das wichtig? 

„Self Care“ beschäftigt sich mit der Frage: Wie gehe ich mit meinem Körper um? Wie gehe ich mit meinen Emotionen um? Was gebe ich meinem Verstand zu füttern? Meinem Gehirn? Wie lebe ich Beziehung? Und wie bin ich mental darauf? Was tue ich für meinen Körper? 

„Self“ hat mit Körper zu tun. 

Ich kann mich an einen Kunden erinnern, den ich über Jahre begleitet habe. Der hatte ein ganz hohes Maß an Aktivität. Der musste sich bewegen! Der ist manchmal abends um 23:00 Uhr, wenn die letzten Meetings vorbei waren, noch runter in den Keller aufs Laufband, dann ins Bett und morgens um 5:00 Uhr wieder raus. Da muss ich sagen, das geht vielleicht eine gewisse Zeit gut, aber das ist natürlich keine Dauerlösung. Aber er brauchte das für den Stressabbau. 

Was machst Du, um Stress abzubauen? Schwimmen, laufen, tanzen, spazieren? Nimm Dir mal die Zeit und überlege, was Du aktuell machst und was Dir noch guttun würde.

„Self“ hat mit Emotionen zu tun. 

Wo schaffe ich mir Momente, in denen ich emotional auftanke? Vielleicht mit meinem Partner, mit meiner Partnerin, mit meinen Kindern, mit meinem Freundeskreis? „Self Care“ ist dafür da, dass meine Akkus wieder voll werden. Da möchte ich einen kleinen Tipp geben: Wir haben alle auf unseren Handys die Bilder der letzten Jahre. Mach doch mal folgendes: Erstell doch mal ein Album mit dem Titel „Self Care“ – bei Apple funktioniert das sehr gut. In meinem Ordner sind ungefähr 30 bis 40 Bilder, die wie eine Art Diashow mit Musik laufen und die Momente zeigen, die für mich mit „Self Care“ zu tun haben. Das sind Situationen, in denen ich mit meiner Frau im Urlaub war oder Situation mit meinen Kindern. Das sind Situationen, in denen ich eine gute Flasche Rotwein trinke. Es sind Situationen, in denen ich an meinem Big-Green-Egg-Grill stehe und Brot backe oder Pizza mache. 

Sammle diese Bilder, schaue sie Dir regelmäßig an und beobachte, was bei Dir dann emotional abläuft. Besinne Dich auf die Momente, die emotional schön waren. Als Du zufrieden warst. In denen Du glücklich warst. Hole Dir diese Momente immer wieder mal in Erinnerung. 

„Self“ hat mit Verstand zu tun. 

Ich fordere gerne meinen Verstand heraus. Wie ist mein Umgang mit Wissen, mit Weiterbildung, mit welchen Informationen möchte ich mich vollsaugen und welche Information sollte ich eher lassen? Ich habe zum Beispiel angefangen, mir zu sagen, dass Social Media für mich ein Kanal ist, auf dem ich viel sende, aber wenig konsumiere. Warum? Weil ich gemerkt habe, dass mein Verstand an manchen Stellen „too much information“ bekommt, die keiner braucht und dann „verblödet“. Schau also auch hier: wie benutze ich welche Kanäle, um meinen Verstand, meine Weiterentwicklung, meinen Geist bei Laune zu halten, ihm hochwertiges Futter zu geben und mit ihm zu interagieren.

„Self“ hat mit Beziehung zu tun.

Wie schlägst Du Dich beim Thema „Beziehung“? Wie lebst Du Beziehung? Und damit meine ich nicht nur Partnerinnen oder Partner, sondern grundsätzlich Dein soziales Umfeld. Schwager, Schwägerin, Schwiegereltern, beste Freunde, Kollegen etc. Wie lebst Du Beziehung? Gibt es Platz dafür in Deinem Kalender? Oder finden diese immer eher zufällig statt? Sind es „nur“ alle Jubeljahre Mal Treffen am Wochenende oder auch mal unter der Woche? Auch wenn es nur ein Telefonat ist, kannst du einfach mal einen Kumpel per Facetime anhauen und sagen: „Hier, komm, lass uns mal `ne halbe Stunde quatschen.“ Beziehungspflege ist ein wichtiger Punkt. Der Mensch ist ein Wesen, der auf Beziehung angewiesen ist. Wir brauchen das Connecten. 

„Self“ hat mit mentaler Stärke zu tun.

Es gibt Menschen, die können mit Meditieren, Yoga oder autogenem Training viel anfangen. Dann gibt es andere, denen fällt das viel schwerer. Aber was heißt es, sich mental zu stärken? Mentale Stärke bedeutet, dass ich anfange, meine Seele und meinen Geist zu stabilisieren. Was ist Dein Weg, um mentale Stärke zu erhalten? Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten. Ich habe mal in einem Seminar gesagt: „So Freunde, jetzt macht doch mal alle die Augen zu! Atmet durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Und wieder durch die Nase ein und durch den Mund aus und wieder durch die Nase ein und durch den Mund aus. Und nun Augen aufmachen. Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt gerade ,Self Care´ gemacht.“ 

Dieser Moment im Hier und Jetzt. Und auch wenn es „nur“ Atemübungen sind. 

Wann baust Du im Alltag „Self Care“ ein? Es reichen täglich 10 bis 15 Minuten, sich sehr bewusst Zeit zu nehmen. Sei es, um sich das Fotoalbum anzuschauen, sich bewusst mit Nahrung auseinanderzusetzen, Atemübungen oder einen Spaziergang zu machen. Viele nennen das Achtsamkeit. Das ist nicht mein Wort, da es inflationär genutzt wird. Aber ich glaube, das ist ein entscheidender Punkt.


Fazit: Beginne heute, „Self Care“ zu leben! 

„Self Care“ bedeutet mehr, als sich regelmäßig die Zähne zu putzen. „Self Care“ ist ein Prozess, der umfassend Körper, Geist und Seele betrifft und zur täglichen Routine werden muss. Ich spreche hier bewusst von einem „muss“, jedoch von einem „muss“ ohne Druck, sondern mit Leichtigkeit und Freude. Ein „muss“ für mehr Wohlgefühl, Zufriedenheit und Energie. Und Du wirst sehen – Dein Stressmanagement regelt sich dann fast von allein. 

Ich freue mich auf weitere Fragen von Dir. Schick sie mir gerne direkt zu …