Der unnahbare Chef? Zukunftsfähig geht anders!

Morgens um 8 Uhr im Büro. Die Tür geht auf, der Chef betritt das Gebäude. Schnellen Schrittes und mit gesenktem Haupt – scheinbar tief in wichtige Gedanken versunken – strebt er zum Treppenhaus und eilt die Stufen hinauf, in Richtung seines Reiches im obersten Stock. Dort ist der Teppich dick, die Tür zu seinem Büro schwer, die Vorzimmerdame sitzt wie ein Wachhund davor, den frisch gebrühten Kaffee in der Hand. Wer keinen Termin hat, kommt an ihr nicht vorbei. Gegen Abend: Rolle rückwärts. Treppe runter und schnellen Schrittes mit gesenktem Haupt wird dem Ausgang entgegengeeilt. Übertrieben? Leider ist das in vielen Unternehmen noch immer Standard.
zukunftsfaehig.jpg

Wenn Sie zu der Kategorie „Chef“ wie eingangs beschrieben zählen und daran festhalten möchten, wünsche ich Ihnen viel Glück und Sie brauchen nicht weiterzulesen. Wer jedoch verstanden hat, dass neue Zeiten neue Antworten brauchen, der wird in diesem Beitrag hilfreiche Anregungen finden.

Neue Zeiten brauchen neue Antworten!

Bereits Willy Brandt sagte: „Die Zukunft wird nicht gemeistert von denen, die am Vergangenen kleben.“ Diese Aussage ist aktueller denn je.

Pandemie, Krieg, Digitalisierung, Globalisierung und wegbrechende Märkte schüren Zukunftsängste bei den Mitarbeitenden und stellen UnternehmerIn vor besondere Herausforderungen. Aber auch die steigenden Ansprüche der Mitarbeitenden, insbesondere der Generationen Y und Z müssen Gehör und Umsetzung finden. Mehr denn je sind jetzt UnternehmerIn aufgefordert, als Leitfigur das Schiff weiter nach vorne zu bringen. Sie tragen eine große Verantwortung für ihre Mitarbeitenden und den Fortbestand ihres Unternehmens und müssen dieser Rechnung tragen.

In meinem Buch „Wenn Turnschuhe nichts bringen – Der CEO-Code für starke Führungskräfte“ brachte ich es auf den Punkt: „Wenn die dauernde Veränderung in Zukunft die einzige Konstante im Wirtschaftsleben ist, dann rückt die Persönlichkeit des Unternehmers wieder ins Zentrum. Es ist wieder wichtig, wer Sie sind, was Sie als Unternehmertyp ausmacht, was Sie wollen, wie Ihre Visionen als Unternehmer lauten.“

Besonders in Krisenzeiten ist die persönliche Strahlkraft der UnternehmerIn – Ihre Personality – der Grund, warum Mitarbeitende mit Ihnen an einem Strang ziehen. Sie schaffen Nähe, Vertrauen und Orientierung.

UnternehmerInnen müssen sich ihrer Verantwortung den Menschen gegenüber bewusst werden

Mitarbeitende führen heißt Menschen führen und keine Stellen. Als Führungskraft haben Sie eine verantwortungsvolle Vorbildfunktion. Sie sind die treibende Kraft, die für die Stimmung, Werte und Haltungen sorgt und diese authentisch vorlebt. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, dass diese Ihnen vertrauen können.

Die folgenden vier Prinzipien helfen Ihnen dabei, das Vertrauen Ihrer Mitarbeitenden in Ihre Person zu stärken:

  • Transparenz: Machen Sie Ihre Gedanken und Absichten sichtbar, kommunizieren Sie diese regelmäßig, offen und ehrlich.
  • Konsequenz: Leben Sie, was Sie sagen. Ihren Worten müssen Taten folgen, wenn Sie glaubwürdig bleiben wollen.
  • Konsistenz: Seien Sie verlässlich. Nicht alle 3 Tage Meinungen und Pläne über Bord werfen.
  • Respekt: Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, dass Sie diese respektieren.

Und vor allem: Seien Sie da, zeigen Sie sich und „rennen“ Sie nicht nur durch die Geschäftsräume.

„Nur wer sich selbst führen kann, kann auch andere führen.“

Diesen abgedroschenen Satz hat sicherlich jeder schon mal in einem Seminar gehört – aber er trifft den Nagel auf den Kopf. Führen beginnt bei sich selbst; und zwar in allen Rollen, die wir ausfüllen.

Ein „Leader“ kennt seine Identität. Er kennt seine Motive, seine Werte, seine Einstellungen, er weiß, wer er ist und was er möchte. Aber wie sieht das bei den Mitarbeitenden aus? Was motiviert heute die anspruchsvolle Gesellschaft, sich für etwas einzusetzen? New Work, Work-Life-Balance, Selbstverwirklichung, die Welt verbessern, Visionen folgen sind heute die Schlagworte der jungen Generation. Darunter machen sie es nicht. Jedoch reicht dies noch nicht aus. Menschen sind nur dann motiviert, wenn dies mit ihren eigenen Lebensmotiven einhergeht.

Menschen haben eine feste Motivationsstruktur, diese ändert sich im Leben nicht mehr. Daher ist es für eine Führungskraft enorm wichtig, nicht nur die eigenen, sondern auch die Lebensmotive seiner Mitarbeitenden zu kennen, um angemessen mit ihnen umgehen zu können und diese auf die für sie stimmige Position zu setzen. Nur so können diese mit Freude wirkungsvoll und zielgerichtet arbeiten, sich selbst verwirklichen und somit zum Erfolg des Unternehmens besonders in Krisenzeiten beitragen. Ich empfehle hier, sich einmal mit dem Reiss Motivation Profile® auseinanderzusetzen.

Das Unternehmensleitbild als kollektiver Leitstern

Ein Unternehmensleitbild gibt Orientierung und dient dazu, die Menschen im Unternehmen über alle Hierarchieebenen hinweg zusammenzuschweißen. Darin verankert sind unter anderem Antworten auf die Fragen: Welche Werte vertreten wir? Wie stehen wir zu Fehlern? Wofür stehen wir? Was sind unsere Vision und Mission? Das Leitbild ist die Basis für Vertrauen, Einsatzbereitschaft und die Bindung an das Unternehmen. Es entfaltet seine Wirkung aber erst dann, wenn es mit Leben gefüllt wird. Und hier sind in erster Linie Sie als UnternehmerIn gefragt, die Werte vorzuleben. Dadurch gewinnen Sie an Glaubwürdigkeit – Ihren Mitarbeitenden, KundInnen und Stakeholdern gegenüber. Wenn sie außerdem in die alltäglichen Projekte einfließen, werden sie zur DNA der Firma und tatsächlich durch die MitarbeiterInnen gelebt.

Lebendige Leitbilder sind Hoffnungsträger

  • Sie schaffen ein Wir-Gefühl.
  • Sie motivieren zu handeln und Extrameilen zu gehen.
  • Sie schweißen zusammen, wenn’s drauf ankommt.
  • Sie geben die Richtung vor.
  • Sie schaffen Verantwortung, Verständnis und Zukunft

Fazit: Jetzt nahbar, sichtbar und erlebbar werden!

Morgens um 8h00 im Büro. Die Tür geht auf, der Chef betritt das Gebäude. Ein lautes „schönen guten Morgen“ begleitet von einem Lächeln schallt durch die Hallen. Von Raum zu Raum geht er, erkundigt sich, gibt Antworten, hält ein kleines Schwätzchen. Bei dem einen oder anderen verweilt er, um Themen durchzugehen. Direkt, persönlich und gerne auch spontan. Irgendwann kommt er in sein Büro. Er geht seinem Tagesgeschäft nach, nimmt sich aber in geplanten Zeitfenstern die Zeit, weiterhin „Rede und Antwort“ zu stehen. Abends ruft er ein „Schönen Abend“ durch das Haus …

Sie möchten sich zu dem Thema austauschen? Rufen oder schreiben Sie mich an. Ich bin gespannt.