Sechzig Jahre und kein bisschen weise – denn der Weg ist noch nicht vorbei

„Längst nicht immer nur gesiegt, ich habe manchen Kratzer abgekriegt, zu sagen, es war halb so schlimm, es wär' gelogen. Ich habe längst nicht immer nur gesiegt, die Pose hat darüber weggetrogen. Sechzig Jahre und kein bisschen weise“, so heißt es im Liedtext sechzig Jahre und kein bisschen Weise von Curd Jürgens. Jetzt, da ich selbst auch bald 60 werde, kann ich das nur zu gut nachvollziehen. Auch auf meinem Weg habe ich manchen Schicksalsschlag erlebt und Herausforderungen gemeistert.
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| Erwin Arens

„Ich zeige es allen“

In meinem Leben gab es zahlreiche Situationen, in denen Menschen nicht an mich glaubten. Dies hat mich, wenn auch nur unterbewusst, immer wieder angespornt, es ihnen „zu zeigen“. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. Ich war nicht gerade der Liebling des Meisters und wurde regelmäßig zu Hilfsaufgaben verdonnert. Das, was ich aber in der Abschlussprüfung brauchte, brachte er mir nicht bei. Ich wusste, dass wir zweimal einen überbetrieblichen Lehrgang absolvieren mussten – den zweiten machten im Prinzip nur ein oder zwei Auszubildende. Ich wollte diesen Lehrgang unbedingt durchlaufen, um gut auf die Prüfung vorbereitet zu sein. Mit meinen 17 Jahren schrieb ich also direkt die Handwerkskammer an und fragte nach. Daraufhin habe ich als Einziger eine Einladung zum Lehrgang erhalten – kurz vor der Prüfung. Ich lernte schweißen und löten, ein Auto für den TÜV aufzubereiten und noch vieles mehr. Aufgrund dieser intensiven Vorbereitung habe ich meine Gesellenprüfung bestanden und war sogar besser als der „Liebling” meines Chefs. Aufgeben kam für mich nicht in Frage. Das gute Prüfungsergebnis ebnete auch meinen weiteren Weg in die Bundeswehr als Hubschraubermechaniker.

Ich werde wieder fliegen

Das Jahr 1989 wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Im Frühling erlitt ich beim Drachenfliegen einen Unfall und brach mir den Oberarm wobei auch Nerven beschädigt wurden. Ich konnte meine Hand nicht mehr richtig bewegen und der Chefarzt sowie der Neurologe haben meinen Willen das zu ändern, belächelt und meinten: „Abhaken, das wird nichts mehr.“ Ich entgegnete nur „Ostern 1990 fliege ich wieder Drachen“, und ich habe alles daran gesetzt, diesen Wunsch wahr werden zu lassen. Mit Disziplin, Krankengymnastik und einer damals noch neuartigen Elektrotherapie habe ich es letztlich geschafft – und raten Sie einmal, was ich im April 1990 gemacht habe. Dieses Ereignis steht exemplarisch für eine Vielzahl von Erlebnissen, in denen ich das Glück hatte, meine Mutter an meiner Seite zu wissen. Sie gab mir das Rüstzeug fürs Leben mit, war für mich Unterstützerin und Zuhörerin. Durch jeden Sturm hat sie sich mit mir gekämpft – und dafür werde ich ihr immer unendlich dankbar sein. Auf ihrem letzten Weg durfte ich an ihrer Seite sein und mich von dieser großartigen Frau verabschieden.

Versicherungen – ist das was für mich?

Zu meinen Bundeswehrzeiten hatte ich eine Freundin, mit deren Familie ich mich sehr gut verstand. Ein Schwager von ihr verkaufte nebenbei Versicherungen und wollte auch mich dafür gewinnen – zunächst war das für mich undenkbar. Doch nach der Hälfte meines 4-jährigen Dienstes bei der Bundeswehr, fragte ich mich: „Wie geht es danach eigentlich weiter? Wäre das mit den Versicherungen nicht doch etwas für mich?“ Ich probierte es aus.

Meine Stärken und Schwächen wurden mir bereits zu Beginn meiner Karriere in der Versicherung schnell offenbart. Ich war gut darin, Kontakt zu Menschen aufzubauen, mit ihnen zu sprechen und eine gute Beziehung herzustellen. Allerdings erforderte die Arbeit in der Versicherung auch, dass ich eine eigene Organisation aufbaute – das war nicht mein Ding und ist es auch nie geworden. Es war für mich sehr herausfordernd, Mitarbeitende zu führen und zu motivieren. Ich kämpfte mich durch.

Aber das gesamte Umfeld bei dieser Versicherung lag mir nicht. Also entschloss ich, die Gesellschaft zu wechseln. Ich wurde jedoch angehalten, dass ich aufgrund der Unternehmenskonstellation genau zu der von mir erwählten Versicherung nicht gehen durfte. Einige Abteilungen meines neuen Arbeitgebers lehnten mich schon im Vorfeld ab, da sie mit meiner ehemaligen Versicherung eng zusammenarbeiteten. Doch dann folgte der Lichtblick – eine Abteilung sagte ganz klar: „Arens, wir wollen Sie!“ Im Jahr 1985 war es dann so weit – ich trat meine neue Stelle an.

Vom „Klinkenputzer“ zurück in die Heimat

Zunächst absolvierte ich bei der neuen Versicherung ein dreimonatiges Grundseminar. Dieses war aufgeteilt in Fachwissen und Verkauf. Dann ging es los mit Akquise – ich war ein klassischer „Klinkenputzer“ und ging von Hochhaus zu Hochhaus, um meine Versicherungen an den Mann und die Frau zu bringen. Ich betreute ebenfalls einen Vertreter und bereitete seine Erstkontakte vor. Ich entwickelte mich weiter und wechselte schließlich in eine Filiale nach Mainz. Dort durchlief ich einige Stationen und hatte letztlich die Aufgabe, den Generalvertreter im Außendienst zu unterstützen. Es lief, aber die Umsatzerfolge ließen leider zu wünschen übrig, weshalb auch meine Karriere auf der Kippe stand. Von der Provision, die damals noch einen Großteil des Gehalts ausmachte, hatte ich nicht sehr viel. Mir ist mehr und mehr bewusst geworden, dass ich es schaffte, immer mehrere Verträge mit einem Kunden zu machen und meine Kompetenzen als Berater gut ankamen. „Wenn ich gewusst hätte, dass du bei diesem Kunden einen Vertrag abschließt, dann wäre ich selbst hingefahren“, dieses eigentliche Lob meines Chefs war für mich der unbewusste Startschuss, etwas zu verändern.

Ich orientierte mich wieder in Richtung meiner Heimat, der Eifel. Auf eine Empfehlung wurde ich in ein dort ansässiges Versicherungsteam geholt und betreute die Nebenberufsvertreter. Meine Erfahrungen und mein technisches Wissen brachte ich in mein erstes Homeoffice mit ein. Ich hatte sogar einen Computer mit Nadelstreifendrucker. Zwei Jahre lang lief es sehr gut und ich bekam sogar einen eigenen Bezirk zugeteilt, der sich ebenfalls positiv entwickelte. Ich war noch keine dreißig als der Filialdirektor mich besuchte. Es sagte mir, dass in Trier ein Bestand frei wird, den ich übernehmen könnte, weil ihn kein anderer haben wollte. Es waren große Fußstapfen, in die ich trat, denn mein Vorgänger war sehr erfolgreich. Sehr viele Unternehmen waren bei „meiner“ Versicherung. Sollten diese aufgrund des Vertreterwechsels wegfallen, würde auch ich schnell abgeschossen werden. Ich ging das Risiko ein und wurde als junger Mann Generalvertreter. Mit meinen Voraussetzungen, einen solch erfolgreichen Bestand zu übernehmen, hatte Seltenheitswert und war die nächste Herausforderung in meiner beruflichen Karriere.

Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich am 01.04.1990 den Bestand mit Büro in Trier übernommen habe. Ich war voll in meinem Element, denn der Aufbau der Kundenbeziehungen, die Beratung und besonders der Service wie die Betreuung nach dem Vertragsabschluss waren und sind mein Steckenpferd. Ein Jahr später kam mein geschätzter Freund und Kollege Helmut Schwarz zu uns ins Team und wir arbeiteten fast 10 Jahre erfolgreich Seite an Seite.

Der entscheidende Schritt

Mein Leben hätte fast nicht besser laufen können. Ich lernte meine Frau kennen und absolvierte eine weitere Ausbildung zum Fachwirt für Finanzberatung. Währenddessen erkannte ich, dass die Versicherungsbranche im Wandel war und welche Möglichkeiten es gab. Ich bekam plötzlich einen neuen Blick auf Versicherungen und Preise. Und konnte nicht mehr guten Gewissens weiter für diese Versicherung tätig sein. Mein Kollege Helmut und ich sondierten daraufhin den Markt: Was gab es noch? Welche Möglichkeiten hatten wir? Ein Rechtsanwalt gab uns einige Tipps wie wir „schleichend“ aus der Versicherung treten konnten. Über die kommenden zwei, drei Jahre fuhren wir das Neugeschäft runter, bis die Versicherung von sich aus sagte: „Bitte geht jetzt!“ Das tat ich und wagte den Schritt in die wirkliche Selbstständigkeit als Versicherungsmakler.

Es war eine spannende Zeit: Wir bauten gerade ein Haus, bekamen das erste und dann das zweite Kind. Nach vielen Jahren in der Versicherung fing ich mit meiner Selbstständigkeit wieder bei null an. Ich hatte zunächst wenige Einnahmen und hohe Ausgaben, sodass am Ende des Jahres nicht viel übrigblieb. Ein Jahr später waren meine Konten am unteren Anschlag, die Bank bat mich um einen Termin … War das schon das Ende meiner Selbstständigkeit?

Ich bereitete mich akribisch auf das Gespräch vor und die Erleichterung kam als die Bankberaterin sagte, sie sehe eine Entwicklung in meinem Business. Und dann kam noch ein bisschen Glück dazu, denn als sich die Gesetzeslage veränderte, gab es einen richtigen Run auf Lebensversicherungen, was mir natürlich in die Karten spielte. Ich arbeitete mich von dem Nullpunkt wieder nach oben. Ich habe heute meine Berufung darin gefunden, Familien abzusichern und ihnen einen Rundumservice zu bieten, der ihnen in allen Lebenslagen Sicherheit gibt. Das mache ich mit Leidenschaft, mit Herz und Seele und möchte es auch noch viele Jahre so weitermachen.

Fit bleiben und sich Ziele setzen

In meinem Alter ist es mir sehr wichtig, mich fit zu halten, weshalb ich täglich 20.000 Schritte gehe, egal bei welchem Wetter. Bei meinen Spaziergängen und bei Wanderungen im Urlaub finde ich Entspannung und bekomme oftmals neue Ideen, denn die Natur ist eine unglaublich große Inspirationsquelle. Wenn ich dabei so auf mein Leben zurückblicke, bin ich unglaublich dankbar für die Unterstützung, die ich erhalten habe und für meine zwei wunderbaren Kinder. Nach dem Tod meiner Frau erfuhr ich diese besondere Hilfe durch meine Nachbarin Ingeborg, die immer für mich und die Kinder da war. Sie war Seelentrösterin, Gesprächspartnerin und auch bei ganz praktischen Dingen, beispielsweise in Sachen Haushalt, konnte ich immer auf sie zählen. Uns verbindet eine tiefe Freundschaft und auch meine Kinder haben nach wie vor einen guten Draht zu Ingeborg. Es war zwar nicht leicht, als alleinerziehender Vater durchzuhalten, und dennoch war es mir wichtig, meine Ziele zu verfolgen und nicht aufzugeben. Mir ging es stets darum, meinen Weg zu gehen und nicht neidvoll nach rechts oder links zu blicken. Der größte Lohn war und ist für mich ein aufrichtiges „Danke“, ein ehrliches Lächeln meiner Kunden – dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.

Nach all den Höhen und Tiefen hat mir das Leben noch ein wunderbares Geschenk gemacht: Meine Partnerin Doris, mit der ich die nächsten 60 Jahre gemeinsam gehen möchte. Wenn wir zusammen sind, ist der Weg schön und einfach oder wie es in unserem Lied heißt: „Wenn du bei mir bist, ist alles gut.“ Aktuell planen wir meinen 60igsten Geburtstag und gerne halte ich es in meinem Leben mit den Worten von Curd Jürgens: Ich bin noch kein bisschen weise, sondern freue mich, jeden Tag etwas Neues zu lernen und hoffe, dass ich nie an den Punkt komme, wo ich sage: „Jetzt bleibe ich hier stehen.“


Erwin Arens

Die eigene Familie abzusichern, ist oftmals mit Herausforderungen verbunden. Die Vielfalt der Angebote, hartnäckige Gerüchte und Fragen, die nicht beantwortet werden, verunsichern Familien häufig. Gerade, wenn man sich in der Absicherungsbranche nicht gut auskennt ist es zeit- und kraftaufwendig, sich immer wieder neu damit zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Erwin Arens weiß um die Herausforderungen der Familien und steht Ihnen mit Rat und Tat, mit Expertise und Empathie zur Seite, um das Beste für Sie herauszuholen.

Mit Überblick, Ordnung, Struktur und Durchblick sorgt Erwin Arens dafür, dass Familien alles an die Hand bekommen, was sie für ihre Absicherung brauchen. Sein Ziel ist es, dass Familien sich nicht nur gut abgesichert fühlen, sondern es auch sind.

www.erwinarens.de



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