| Ben Schulz

Angst, Unsicherheit, Zukunftssorgen: Deutschlands düsterer Blick auf 2024 und was wir dagegen tun können

Deutschland befindet sich in einem Sog der Sorge, wenn es um das Jahr 2024 geht. Eine aktuelle Studie der Stiftung für Zukunftsfragen aus Hamburg legt offen, dass die Besorgnis unter den Deutschen steigt. Globale Krisen, anhaltende Inflation und wachsende wirtschaftliche Herausforderungen haben einen Großteil der Bevölkerung verunsichert. Die Furcht hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch von 31 % im Jahr 2014 auf 59 % erhöht. Diese Zahlen zeichnen ein alarmierenden Bild der aktuellen gesellschaftlichen Stimmung. Welche Faktoren tragen dazu bei, dass die Deutschen mit solcher Besorgnis in die Zukunft schauen? Und was können wir gegen diese verhängnisvolle Stimmung tun?
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Globale Krisen und politische Unsicherheiten: Ein Blick auf die Herausforderungen

Die Liste der Krisen, die Deutschland aktuell beschäftigen, ist lang und beunruhigend. Angefangen von geopolitischen Spannungen in der Ukraine über die anhaltende Nahostkrise bis hin zur Unsicherheit bezüglich möglicher politischer Entwicklungen, wie beispielsweise einer möglichen Rückkehr von Trump als US-Präsident. Die Präsenz der AfD in verschiedenen Landtagen und der generelle Unmut der Gesellschaft in Bezug auf die politische Bühne werden als zusätzliche Unsicherheitsfaktoren empfunden.

Wirtschaftlich betrachtet befindet sich Deutschland in einer Rezession. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft steht auf dem Prüfstand, und die Frage nach der Inflationsentwicklung ist allgegenwärtig. Im ökologischen Bereich zeigt sich die Erkenntnis, dass das ehrgeizige Ziel der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius wohl nicht mehr erreichbar ist.

Konstruktiv bleiben trotz unsicherer Zeiten

Die Analyse dieses düsteren Ausblicks ruft dazu auf, ehrlich mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten umzugehen. Ich selbst wäre wahrscheinlich auch Teil der 59 %, die mit Sorgen auf das kommende Jahr blicken. In einer Welt, die von Krisen geprägt ist, erleben nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Führungskräfte und Unternehmer Momente der Unsicherheit und Ohnmacht.

Die Frage, die sich stellt, lautet: Wie können wir in solchen Zeiten unsere positive, konstruktive Energie bewahren oder sogar stärken? Energie ist ein entscheidender Faktor für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen. Führungskräfte berichten von einem spürbaren Energieniveauverlust in der Wirtschaft, der sich auf die Verantwortlichen in Unternehmen und Organisationen auswirkt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Schocks aus der Ukraine und das Gefühl innerer Ohnmacht prägen das Energieniveau vieler Menschen. Besonders für diejenigen, die Verantwortung für Menschen, Unternehmen und Organisationen tragen, ist die eigene Energie von zentraler Bedeutung.

Energie bewahren in Zeiten der Krise und die Trotz-Macht der Seele

Meine Erkenntnis: In herausfordernden Zeiten ist die Frage, wie man seine positive Energie bewahrt, von zentraler Bedeutung. Die echte Herausforderung besteht darin, nicht nur die vorhandene Energie zu bewahren, sondern sie sogar zu stärken. Und für Führungskräfte und Unternehmer kommt noch dazu, dass sie nicht nur ihre eigene Energie, sondern auch die Energielosigkeit in ihrem Umfeld bewältigen müssen.

Mein Freund Walter Kohl folgt hier der Ansicht von Viktor Frankl. Der spricht von der Trotz-Macht der Seele. Ein cooles Konzept, das wir heute mehr brauchen denn je. Denn mal ehrlich: Haben wir überhaupt eine Wahl, als zu sagen „Weiter geht’s“? Es ist doch besser, all diesen Umständen zu trotzen und weiterzumachen, als einfach aufzugeben. Und auf eine einsame Insel auszuwandern, kann auch nicht die Lösung sein. Das macht auf Dauer auch nicht glücklich. Es gibt keine Alternative – entweder man gestaltet sein Leben aktiv oder wird von äußeren Einflüssen gestaltet.


Die persönliche Verpflichtung: Souveränität in Zeiten des Wandels

Der Fokus hier sollte – besonders für Führungskräfte – auf der persönlichen Verpflichtung liegen, sich nicht zurückzuziehen, sondern diese trotzige Macht der Seele zu nutzen. Es gilt, sich nicht passiv zurückzuziehen und zu schauen, wie die Dinge sich entwickeln werden. Wir befinden uns in einer Zeit, in der es darauf ankommt, nicht resigniert aufzugeben, sondern unsere innere Stärke zu mobilisieren. Dazu bedarf es auch der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit, um die Fähigkeit, komplexe Probleme in einer sich ständig verändernden Welt zu lösen, weiterentwickeln zu können. Die Zukunft erfordert nicht nur Resilienz, sondern vor allem Souveränität und einen bewusste Umgang mit Energiefressern und -gebern.

Klar sieht die Zukunft aktuell nicht sonderlich rosig aus. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass sie das ist, was wir aus ihr machen. Deshalb mein Appell an Sie: In einer Welt, die von Unsicherheiten geprägt ist, ist es von entscheidender Bedeutung, sich der persönlichen Verpflichtung bewusst zu werden und die trotzige Macht der Seele zu nutzen, um aktiv und gestaltend auf die Herausforderungen zu reagieren!


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