Bremsen Ihre Befürchtungen die Handlungsfähigkeit?

Und täglich grüßt das Murmeltier. In vielen Unternehmen wiederholen sich fast schon täglich Situationen, in denen sich Mitarbeitende fragen, warum ihre Führungskraft nicht handelt. Obwohl sie es müsste, werden keine Entscheidungen getroffen. Die Verantwortung wird abgeschoben. Die Führungskraft schotten sich außerdem noch ständig ab und ist unerreichbar. 

Da ist es kein Wunder, dass sich Unsicherheit und Angst unter den Mitarbeitenden breit machen. Eine aktuelle Studie von „Headspace“ zeigt, dass über die Hälfte der Arbeitnehmenden in Deutschland (59 Prozent) sich mindestens einmal wöchentlich vor der Arbeit fürchtet. Fast jeder Fünfte (17 Prozent) hat sogar täglich Angst. Was die Befragten besonders stresst, ist vor allem die Angst, noch mehr Verantwortung übernehmen zu müssen. 47 Prozent fürchten sich davor. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Führungskräfte eben keine Verantwortung übernehmen und nicht handeln. 

Warum sind Führungskräfte scheinbar handlungsunfähig?

Nur in den seltensten Fällen können Führungskräfte wirklich nicht handeln, weil es zum Beispiel an Ressourcen, Budget oder Freigaben von oben mangelt. Viel öfter bremsen sie sich aber selbst aus. Einige Führungskräfte befürchten teilweise so sehr, Fehler zu machen oder Risiken einzugehen, dass sie in eine regelrechte Entscheidungsstarre fallen. Die Furcht vor negativen Konsequenzen macht sie handlungsunfähig und lässt sie zögern, notwendige Schritte zu unternehmen. Auch Unsicherheit kann zur Unfähigkeit führen, klare Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. Die Gründe für Handlungsunfähigkeit liegen meist in Emotionen, über die man nicht gerne spricht. Schon gar nicht als gestandene Führungspersönlichkeit. Fakt ist aber, dass Führungskräfte handlungsfähig sein müssen. Es gehört zu ihren Aufgaben und letztlich werden sie auch dafür bezahlt unbequeme und unpopuläre Entscheidungen zu treffen. 

Handeln Sie schon oder zögern Sie noch? 

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Trotz Fachkräftemangel und einer in vielen Teilen boomenden Wirtschaft werden in Unternehmen Stellen abgebaut. Ja, es ist unangenehm, jemandem zu kündigen. Glauben Sie mir, ich spreche da aus eigener Erfahrung. Niemand kündigt gerne seinen Mitarbeitenden und es ist alles andere als leicht zu entscheiden, wer denn nun gehen muss. Wie groß also ist Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und unpopuläre Entscheidungen zu treffen? Wie gehen Sie damit um, wenn 10 oder mehr Prozent der Stellen gekürzt werden sollen? Ein Teil davon geht vielleicht die nächsten Jahre in Rente oder hätte ohnehin vor, das Unternehmen zu verlassen. Doch was ist mit dem Rest? Jetzt fangen direkt die Ausreden an, um die Entscheidung nicht zu treffen. Es ist zum Beispiel die Rede davon, dass die verbleibenden Mitarbeitenden das Arbeitspensum nicht auffangen können. Ich bitte Sie, vielleicht sollten einige einfach nur damit aufhören, Dienst nach Vorschrift zu leisten oder endlich anfangen, überhaupt zu arbeiten, statt Zeit totzuschlagen. Auch sehr beliebt ist, dass man Teams nicht auseinanderreißen möchte. Und nicht zu vergessen, sorgen Kündigungen meist für eine komische Stimmung, die dann von der Führungskraft aufgefangen werden muss und so weiter und so fort. 

Ben Schulz
Autor: Ben Schulz

Ben Schulz ist Sparringspartner für Geschäftsführer und Führungsteams in klein- und mittelständischen Unternehmen, wenn es um deren Strategie und Transformationsprozessen geht. Der Vorstand des Beratungshauses Ben Schulz & Partner AG legt den Schwerpunkt seiner Tätigkeit, gemeinsam mit seinem Team, auf die Schwerpunkte Unternehmensleitbildentwicklung, Kulturwandel, Führungskräfteentwicklung und strategischen Unternehmersparrings, bei denen es um die Steigerung von Perfomance geht.




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