Leitbilder ja – aber dann richtig

Warum Personal Branding die Identität von Unternehmen für Mitarbeiter und Kunden schärft, weiß Ben Schulz.

Simplicity! Think different! Stay hungry! Be perfect! – dies ist das Unternehmensleitbild von Apple. Es soll – wie bei allen Unternehmungen, die ein Leitbild erarbeiten – dazu beitragen, das Unternehmen persönlicher und nahbarer zu machen. „Doch während ein Geschäftsführer das Unternehmensleitbild sogar im Schlaf herunterbeten kann, weiß der gemeine Mitarbeiter davon meistens ziemlich wenig bis gar nichts“, so Ben Schulz, Personal Branding-Experte und Geschäftsführer der Agentur werdewelt. Er führt weiter: „Selbst wenn ein Mitarbeiter das Leitbild des Unternehmens kennt, ist der Schritt zur Integration in den Arbeitsalltag doch recht groß.“

Warum sollte ein Mitarbeiter das Leitbild überhaupt in seinen Arbeitsalltag integrieren? „Damit das Unternehmen sich nicht nur nach innen von seinen Wettbewerbern unterscheidet, sondern diese Unterscheidung auch beim Endkunden ankommt“, so Schulz. Um den großen Schritt doch gangbar zu machen, eröffnet der Marketingansatz „Personal Branding“ erstmals ganz neue Gedankenräume.

Bisher wurden Leitbilder nämlich in Credos übersetzt, um sie für den Kunden „erfahrbar“ zu machen: „Kunde nach einer Minute auf der Fläche ansprechen“, „Gästen das Koffertragen sofort bei Betreten des Hotels abnehmen“, „beim Abstellen von Speisen einen Guten Appetit wünschen“ – starre Reglements, die bedingungslos eingehalten werden mussten. Das Problem daran: Menschen sind individuell und wollen auch so wahrgenommen sowie behandelt werden. „Wenn uns an der Rezeption der Koffer weggenommen wird, obwohl wir das gar nicht wollen, verfehlt das Credo seinen Sinn, den Wert zuvorkommend beim Kunden zu verankern“, erklärt Schulz

Personal Branding für Unternehmen dagegen zäumt das Pferd von einer anderen Seite auf: Ein Mensch, der uns verstehen und helfen will, kann wesentlich individueller auf Kunden reagieren als Regeln und Richtlinien. Und: „Menschen kaufen von Menschen“. Das offenbart sich schon darin, dass wir lange Wartezeiten beim Friseur unseres Vertrauens, weitere Strecken zum Bäcker mit den besten Brötchen und höhere Kosten in unserer Lieblingswerkstatt in Kauf nehmen.

Genau das sollten Unternehmen für sich nutzen und überlegen, wie die eigenen Leitbilder so übersetzt werden können, dass Mitarbeiter sich darin wiederfinden. „Wer die Unternehmensidentität in die eigene, ganz persönliche Identität einfließen lassen kann, ist in der Lage das Unternehmensleitbild authentisch zum Kunden zu transportieren.“

Nähere Informationen zu Benjamin Schulz unter www.benjaminschulz.info
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