Self-Care für UnternehmerInnen – „die Balance macht die Musik"

Vor kurzem habe ich einen Artikel in der Zeit mit dem Titel „Aber am fünften Tag sollst du ruhen“(1) gelesen. Dabei ging es um das derzeit umstrittene Konzept der 4-Tage-Woche, welche Stress reduziere, eine verbesserte Work-Life-Balance mit sich bringe und die Produktivität erhöhe. Abgesehen davon, dass die Rückmeldungen der einzelnen Befragten unterschiedlich positiv oder negativ ausgefallen sind, stellt sich mir die Frage, ob ein solches Konzept auch für UnternehmerInnen greift. Und vor allem, wie wichtig ist es als UnternehmerIn oder Selbstständige/r, sich Auszeiten vom Job zu nehmen? Ist das überhaupt umsetz- bzw. realisierbar?
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Seit vielen Jahren reisen meine Frau und ich nach Ägypten in ein und dasselbe Hotel. Und es fühlt sich jedes Mal so an, als würden wir nachhause kommen. Nun befinden wir uns in einem digitalen Zeitalter, indem das Smartphone nicht wegzudenken ist und mit dem wir weltweit, theoretisch 24/7 erreichbar sind. „Mach doch dein Handy aus im Urlaub!“ oder „Warum postest du etwas auf Instagram, du hast doch Urlaub?!“ sind einige der Sprüche, die ich höre, sobald ich ein Video aus Ägypten poste.

Entweder ganz oder gar nicht?!

In den letzten 20 Jahren habe ich sehr viel ausprobiert, um mein persönliches Maß der Regeneration zu finden. Vor allem Selbstständige und UnternehmerInnen sind häufig rund um die Uhr im 6. Gang unterwegs, damit ihr Business läuft. Dass sie zwischendurch eine Auszeit brauchen, liegt auf der Hand. Doch in den meisten Fällen geht diese Auszeit einher mit dem „schwarz-weiß-Denken“: Entweder ganz oder gar nicht. Entweder mache ich Urlaub oder ich arbeite. Und wenn ich im Urlaub bin, soll mich auch bloß keiner stören – also Handy aus, Laptop aus, Flugmodus an. An dieser Stelle stellt sich mir jedoch die Frage, ob es bezüglich der Auszeiten zur Arbeit überhaupt eine gesunde Balance geben kann. Vor 20 Jahren, also zu Beginn meiner Karriere als Unternehmer, habe auch ich versucht, radikale Auszeiten zu nehmen und nicht erreichbar zu sein. Zugegeben: Aufgrund der nicht allzu vorangeschrittenen, eher lahmen Digitalisierung war dieser Schritt vor 20 Jahren wesentlich leichter als heute.


Können UnternehmerInnen Arbeit und Leben geschickt balancieren?

„Work-Life-Balance“ – abgesehen davon, dass ich mit diesem Begriff nichts anfangen kann, stellte sich auch mir zunehmend die Frage, ob UnternehmerInnen Arbeit und Leben voneinander trennen können. Und wenn Sie als UnternehmerIn ehrlich zu sich sind, funktioniert das doch gar nicht, richtig?! Im Grunde genommen sind Sie permanent in Bewegung, vor allem im Kopf. Ich merke diese Bewegung immer dann, wenn ich im Urlaub bin und mich in einer neuen Umgebung befinde. Die besten Ideen, die größte Klarheit, Sortierung und Selbstreflexion kommen mir immer dann, wenn ich Abstand von meinem Büro, meiner gewohnten Umgebung nehmen kann. Und ich bin der Meinung, dass Sie als UnternehmerIn oder Selbstständige/r eine gute Balance finden müssen, um genau diese Erfahrung machen zu können. Es geht nicht darum, im Urlaub abzuschalten und alles hinter sich zu lassen. Sondern es geht darum, mit einer guten Portion Selbstfürsorge damit umgehen zu können.

Auszeiten lassen sich integrieren

In welchen Momenten können Sie so richtig abschalten? Was bedeutet Auszeit überhaupt für Sie? Diese und weitere Fragen habe auch ich mir immer wieder gestellt. Heute weiß ich, wann ich abschalten kann und welche Auszeiten mir guttun. Beispielsweise fahre ich bei schönem Wetter gerne mit meinem Motorrad zur Arbeit, anstatt wie gewohnt mit dem Auto. So habe ich zwei Mal am Tag eine ausgleichende Auszeit in meinen Alltag integriert, bei der ich meine Konzentration über einen kurzen Zeitraum voll und ganz auf das Motorradfahren richte. Damit möchte ich betonen, dass es hilfreich ist, die Auszeiten nicht ausschließlich auf einen Urlaub über drei Wochen zu verschieben. Fangen Sie in einem ersten Schritt damit an, sie in Ihren Alltag zu integrieren. Dabei hilft es, sich feste Zeitfenster in der Wochen- oder Monatsplanung einzurichten. Versuchen Sie, sobald Sie im Urlaub sind, vom sechsten in den fünften Gang zu schalten und danach in den vierten, und so weiter … Letztendendes geht es als UnternehmerIn nicht darum, eine Vollbremsung zu machen, sondern ein gesundes Zeitmanagement an den Tag zu legen und sich gelegentlich Auszeiten zu gönnen, die Ihnen Abstand zu Ihren alltäglichen Herausforderungen bieten.

Das Steuer selbst in die Hand nehmen, Drucksituationen bewältigen und sich zeitgleich ein zukunftssicheres Unternehmen aufbauen, ist definitiv nicht einfach – aber möglich. Wie? Das erfahren Sie im zweiten Teil der Mini-Blogserie zum Thema „Self-Care für UnternehmerInnen“. Von der Rolle der neuen Norm über den ausgestorbenen Begriff der „Work-Life-Balance“ bis hin zur kraftvollen Selbstführung – all diese Faktoren fließen in diese Thematik ein und verhelfen Ihnen zu einem kraftvollen Unternehmertum, bleiben Sie unbedingt dabei!

Weitere wissenswerte Fakten zum Thema Selbstführung erfahren Sie in unserem kostenlosen Live Online Workshop „Unternehmertum mit Leichtigkeit“, exklusiv mit Ben Schulz – melden Sie sich jetzt an.

(1)Quelle: Zeit.de


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