Sinn – und wie wir diesen erfahren können

Sinn – gibt es denn keine neuen Themen mehr? Doch, sehr viele sogar, aber ich möchte das Thema Sinn einmal aus einer anderen Perspetive vorstellen. Daher sage ich auch nicht „Purpose“, sondern ganz bewusst Sinn und seine philosophischen Aspekte. 

Der wohl bekannteste Name im Bereich des Sinnthemas ist Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie. Viktor Frankl (1905 - 1997) war ein österreichischer Neurologe und Psychiater. Eines seiner bekanntesten Werke ist das im Jahr 1946 erschienene „… trotzdem Ja zum Leben sagen“, in welchem Frankl seine Erlebnisse und Erfahrungen in vier verschiedenen Konzentrationslagern, darunter Auschwitz, während des Zweiten Weltkriegs schildert. 
 

Frankl sagt u.a. über den Sinn: „Die Frage ist falsch gestellt, wenn wir nach dem Sinn unseres Lebens fragen. Das Leben ist es, das Fragen stellt; wir sind die Befragten, die zu antworten haben.“
„Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewußtsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“

Seinen individuellen Sinn kann der Mensch in drei Dingen finden: 

  1. Im Dienste von Aufgaben.
  2. In der Liebe zu Menschen.
  3. Ein schweres Schicksal in Würde zu ertragen und meistern. 

„Der Wille zum Sinn bestimmt unser Leben! Wer Menschen motivieren will und Leistung fordert, muß Sinnmöglichkeiten bieten.“
 

Warum ist es so wichtig, einen Sinn im Dienste unserer Aufgaben zu finden? Oder anders ausgedrückt, welche Auswirkungen hat es auf den Menschen, wenn sie keinen Sinn in ihrem TUN erkennen? 

Statista befragte im Jahr 2018 ca. 2000 Menschen zu diesem Thema. Gut die Hälfte derjenigen, die wenig Sinn in ihrer Tätigkeit sahen, litten unter Erschöpfung und Rücken- oder Gelenkbeschwerden, dicht gefolgt von Lustlosigkeit, Nervosität und Reizbarkeit. Diejenigen, die ihre Arbeit als sinnvoll erlebten, zeigten dagegen deutlich seltener diese Symptome. Lediglich ein Drittel hatte mit Erschöpfung oder Rückenbeschwerden zu tun. Und nur knapp 20 % kämpfen mit Lustlosigkeit, Nervosität und Reizbarkeit.

Sinn dient also als Stresspuffer! Und das nicht nur beruflich, sondern für den Menschen in seiner Gesamtheit. Sinn macht uns resilienter. Dabei gilt jedoch immer: 

„Sinn kann nicht gegeben, sondern muss gefunden werden.“

Worin liegt Sinn, wo sehe ich meinen Sinn, was ist sinnvoll?
 

Diese Fragen sollte sich jeder stellen, der seinen persönlichen Sinn finden möchte. Ich z. B. sehe es als meine Aufgabe und habe mich auch bewusst für diese entschieden, etwas Gutes zu hinterlassen. Einen kleinen persönlichen Fingerabdruck, der die Welt ein ganz kleines bisschen besser hinterlässt. Darin sehe ich meinen Sinn als Vater, Ehemann und Unternehmer. Meinen Kindern und Mitarbeitenden Vorbild darin zu sein, ebenfalls die Welt ein kleines bisschen besser machen zu wollen. Ich verstehe das als gesellschaftlichen Beitrag. 

Daneben ist es für mich sinnstifend, andere Unternehmerinnen und Unternehmer sicher und kraftvoll in neues Land zu führen. Ihnen die Chance zu geben, ihren Sinn in ihrem Tun zu finden. 

Im Sinne von „Sinn kann nicht gegeben, sondern muss gefunden werden.“ kann ich jedoch weder meinen Kindern noch meinen Mitarbeitenden vorschreiben, wie sie ihren guten Beitrag zu leisten haben. Dies müssen sie für sich selbst herausfinden. 

Somit ist „Sinn im Tun sehen“ eine höchst individuelle Angelegenheit. Da mag man manches mal denken, was macht der da für einen Quatsch. Aber wenn es für ihn richtig ist, ist es OK, solange es der Gesellschaft einen Mehrwert bietet. 

Aber wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein – manchmal möchten wir auch ganz bewusst etwas Sinnloses tun, wie das Gaspedal bis hinten durchdrücken, „Gemüse“ nur dann zu essen, wenn es vorher Blut in den Adern hatte … Solange ich niemandem Schaden zufüge und die Verantwortung mir gegenüber vertreten kann, ist das meine freie Entscheidung. 

Haben Sie sich schon mal nach dem Sinn in Ihrem Leben gefragt? Bestimmt. Und haben Sie auch eine Antwort darauf gefunden? Es ist nie zu spät dafür sagt Frankl: 
 

„Selbst ein Leben, das wir anscheinend vertan haben, lässt sich noch rückwirkend mit Sinn erfüllen, indem wir gerade durch diese Selbsterkenntnis über uns hinauswachsen.“




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