Unternehmertum – Menschen brauchen Mut und Hoffnung

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland ca. 126.900 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl laut Statistischem Bundesamt auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Unser Land ist auf Unternehmertum aufgebaut und auf Menschen, die dieses leben. Doch die jetzige Zeitenwende fordert Unternehmen heraus, vieles zu hinterfragen. Ein Zurück in die bequeme Vergangenheit vor Krieg und Corona gibt es nicht mehr.

Gebremst von der German Angst?

Unternehmertum und Angst passen nicht zusammen. Und doch haben die Deutschen einen Hang zum Grübeln sowie eine merkwürdige, für viele außerhalb von Deutschland nicht nachvollziehbare Zukunftsangst. Was bedeutet das konkret? Bedenken hat jeder von Zeit zu Zeit. Das ist nicht neu, das kennen wir. Das ist mit dem Begriff German Angst auch eigentlich nicht gemeint. Vielmehr wird damit eine negative Sicht auf die Zukunft umschrieben. In der Regel wird der Ausdruck German Angst auf das politische Geschehen sowie auf die gesellschaftliche Entwicklung bezogen. Auch das Handeln der Politik wird damit häufig kommentiert. Wie ist das in der Wirtschaft? Wie erleben wir das in Organisationen? Wie erleben wir das bei Führungskräften, bei Inhabern, bei Mitarbeitenden? Angst wird in Deutschland nicht gerne zugegeben: Anstatt zu sagen, mir machen New Work, Globalisierung, Digitalisierung, Pandemie, der Krieg in der Ukraine Angst, wird aus Scham geschwiegen. Dabei war erst neulich bei ntv zu lesen, dass über 40% aller Deutschen Angst vor dem Dritten Weltkrieg haben. Ein Entrepreneur ist allerdings immer gefragt, Angst in Mut zu wandeln, um sein Business und Geschäftsmodell zukunftssicher aufzustellen.

Unberechenbare Zeiten brauchen Mut und Hoffnung

Noch nie waren Gründer junger Unternehmen und erfahrene Unternehmer mit solch unberechenbaren Zeiten konfrontiert wie heute. In meiner Beratung treffe ich immer wieder auf Personen aus der Wirtschaft, die vollkommen gelähmt sind. Obwohl Entrepreneurship zu ihrem Alltag gehört, sind sie momentan kaum in der Lage, Entscheidungen zu treffen, geschweige denn, Innovation zu fördern. Von morgens bis abends scheint es nur ein Thema zu geben und jede Information aus den Nachrichten wird mit großen Bedenken aufgenommen. Sie fragen mich dann: Bin ich überhaupt noch handlungsfähig? Was soll ich tun? Die vor kurzem noch aktuellen Themen haben plötzlich keine Relevanz mehr. Ist es jetzt noch wichtig, über Freiheit zu sprechen, über Mindset und Selbstbestimmung? In erster Linie braucht es jetzt MUT und HOFFNUNG. 

Brechen wir den Gedanken auf den Kern herunter, dann ist jeder einzelne Entrepreneur ab dem Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens gefragt, das Wirtschaftsleben neu zu denken und die unternehmerischen Aktivitäten neu aufzustellen. Wir brauchen Macher, die anpacken, Energiegeber, die Mut machen, die kreativ und innovativ denken. Die neuen Unternehmer und Selbstständigen sind Hoffnungsträger. Das bedeutet mehr denn je, den Blick auf die Unternehmerkompetenzen zu richten – und diese gehen weit über das klassische Handwerk hinaus. Wir sprechen über Resilienz, Willensstärke und Mut.

Echter Mut entsteht aus innerer Stärke 

Mut entsteht nicht im Außen. Dort sind heute weder Hoffnung noch Orientierung oder Klarheit zu finden. Mut entsteht aus dem Sein. Wir müssen uns fokussieren, wieder in die Spur kommen. Das, was derzeit passiert, ist ohne Frage schrecklich. Gerade als Entrepreneur braucht man jetzt einen kühlen Kopf und sollte sich folgende Fragen stellen: Was bedeutet die Lage für unsere Geschäftsmodelle? Wie müssen wir uns neu strukturieren? Was ist mit dem Vertrieb? Ist die Entwicklung unseres Start-ups noch passend? Wie sieht es bezüglich des Know-hows aus – wie müssen wir uns Neues aneignen? Bleiben wir nun in der Höhle des Ausharrens sitzen oder fangen wir an, etwas zu tun und gehen auch ein Risiko ein? Ich halte es gerne mit den Worten meiner Mutter: „Für alles gibt es eine Lösung, aber es ist eine Frage der Haltung.“ Das passiert nicht, wenn negative Emotionen alles Denken einnehmen. Das passiert nicht, wenn die Frage nach dem Sinn, dem Warum unbeantwortet bleibt. Unternehmertum lebt nicht von Management allein, sondern vom Machen. Entrepreneurship lebt von Menschen, die anderen Hoffnung geben. 

Hoffnung und Mut lösen Probleme 

Wer Orientierung und Stabilität für die Zukunft will, muss selbst aktiv werden, muss mutig handeln, den eigenen Unternehmergeist wiederfinden. Eine Umfrage, die der Verband für Fach- und Führungskräfte (DFK) für den Harvard Business Manager durchführte, zeigt, dass Mut für Entscheider eine Kernkompetenz ist. Von den 630 Teilnehmenden bewerteten mehr als 77% die Kernkompetenz Mut mit größter und zweitgrößter Zustimmung. Ja, es ist eine herausfordernde Zeit – für junge Menschen, bei denen die Gründung des eigenen Unternehmens noch nicht lange zurückliegt, aber auch für Erfahrene, die sich im Management eines Unternehmens bestens auskennen. Wahrscheinlich haben wir alle in den vergangenen Monaten schon viel verändert und jetzt keine Lust, erneut anzupacken. Ich weiß, wie sich das anfühlt, denn auch ich habe im Zuge der Pandemie alles auf den Kopf gestellt und neu gedacht. Doch sollten wir einfach so weitermachen wie bisher? Was bleibt dann am Ende übrig? Entrepreneurship bedeutet auch immer wieder umzudenken, damit man sich an die aktuellen Gegebenheiten der Gesellschaft anpassen kann – und wenn es sein muss, auch alle zwei Wochen. Das ist Unternehmertum. Seit 20 Jahren kenne ich nichts anderes. Und dafür braucht es Mut. In unsicheren Zeiten und Krisen geht es um Lösungen, ums Anpacken, darum, Energie zu geben. Die erfolgreichen Unternehmer von heute sind die Hoffnungsträger von morgen. Wer es jetzt schafft, mutig zu sein und Hoffnung zu geben, der wird es packen. Wer Hoffnungsträger für andere sein will, muss vor allem bei sich selbst anfangen.

Unternehmertum und Selbstführung

Jeder kennt den Satz: „Wer andere führen will, muss sich selbst führen.“ Das lässt sich gut anhand eines inneren Orchesters beschreiben. Alle haben ein Netzwerk an Identitäts-Anteilen und Dingen, die einen beeinflussen. Selbstführung hat etwas damit zu tun, wie ich die Anteile, die es einem ermöglichen, authentisch, vertrauenswürdig und mutig zu sein, orchestriere. Es geht darum, sich dieses Orchesters bewusst zu werden und die Rolle des Dirigenten zu übernehmen. Es klingt grausam, wenn jeder seine eigene Musik spielt. Und es geht auch darum, ob etwas erreicht oder vermieden werden soll. Werden also Erreichungs- oder Vermeidungsziele gesteckt? Seit Jahrzehnten sind wir sozial geprägt auf Vermeidung – wir leben danach, erziehen unsere Kinder danach und die Gesellschaft denkt ebenso. Aber ist die Zeitenwenden nicht jetzt dafür da, in Erreichungszielen zu denken?

Unternehmertum und next Generation

Wie schon angeschnitten, wird die Zeitenwende besonders deutlich, wenn wir einen Blick auf die kommenden Generationen werfen. Auf der einen Seite bringen sie Innovation voran, gründen mit einer guten Idee ein Start-up, gehen in die Forschung und verfolgen mitunter sogar unternehmerische Ziele. Auf der anderen Seite fällt es vielen Unternehmern schwer, Personen dieser Generation zu führen. Widerworte an die Führungskraft sind für sie oftmals normal und keine Respektlosigkeit, kennen sie es von zuhause doch nicht anders, dass alles ausdiskutiert werden kann. Ein großer Punkt der Zeitenwende ist das offene, gegenseitige aufeinander zugehen, denn Unternehmertum bedeutet auch verantwortungsvolle Förderung der Mitarbeitenden. Es geht darum, ein Miteinander zu erreichen, Stress zu reduzieren, Resilienz zu schaffen und zu motivieren.

Unternehmertum von morgen braucht …

1. Entschiedenheit

Der Wille und die Kraft, harte Entscheidungen zu treffen und durchzuziehen. Besonders für Unternehmer, die Krisen meistern müssen, gilt es Willenskraft an den Tag zu legen. Dazu muss auch das Team mitgenommen werden.

2. Führung, Verbundenheit und Sinn

Sinn ist die Grundlage für Gemeinschaft und erfolgreiche Führung. Für alle Krisen gilt: Gemeinsam geteilter Purpose schweißt zusammen. Ohne ein „Warum?“ und „Wofür?“, Gemeinschaft und eine starke Führung kann kein Unternehmen Krisen bewältigen. Unternehmer müssen vor ihren Mitarbeitern stehen, als Integrationsfigur und Fahnenträger Zusammenhalt fördern, Ziele und Leitbilder vorgeben.

3. Innovationen intelligent nutzen

Am Beispiel Kommunikation heißt das für Unternehmer: Fokussieren Sie Ihre Krisenkommunikation auf das Wesentliche, auf die Sorgen und Nöte. Stehen Sie vor dem Team, seien Sie klar und verbindlich, leben Sie das, was Sie sagen.

4. Agilität, Risikobereitschaft und Mut

Einschüchterung wird nicht funktionieren – diese Haltung ist auch ein Führungs- und Erfolgsrezept gerade für mittelständische Unternehmer. Auch wenn das Gegenüber bzw. die Herausforderung übermächtig erscheint, Einschüchterung gilt nicht. Das schließt nicht aus, dass notwendige Anpassungen oder taktische und strategische Entscheidungen nicht manchmal der klügere Weg sind. Wichtig ist, dass diese Entscheidungen mit kühlem Kopf, mutig und mit ruhiger Hand gefällt und ausgeführt werden.

5. Ausdauer, Resilienz und Glaube an den Erfolg

Selten ist die Dauer einer Krise absehbar, meistens wird sie länger dauern als erwartet und schmerzhafter sein als befürchtet. Ausdauer und Resilienz sind das Ergebnis der vier vorangegangenen Stärken. Zusammen bilden alle fünf eine Haltung und Handlungsfähigkeit, schwere Krisen zu meistern und Unternehmertum von Morgen zu gestalten.

Die Krise als Chance

Ich habe immer gedacht, ich werde niemals in die Situation kommen, irgendwann mal zu sagen „die Krise als Chance“. Diese Aussage verortete ich immer bei den Motivations-Gurus und war ziemlich genervt davon. Aber heute sage ich zum ersten Mal voller Überzeugung: „Lasst uns die Krise als Chance nutzen.“ Machen wir einen gedanklichen Sprung zu Unternehmern nach dem zweiten Weltkrieg – diese hatten noch eine ganz andere Vision, in welcher Art und Weise sie Unternehmen führten. Sie waren Dream Painter und Menschen sind ihnen gerne gefolgt. Im Lauf der Jahre hat sich das im Entrepreneurship verloren, doch jetzt in der Zeitenwende muss sich das ändern. Ich sage, Führungskräfte haben keine Untertanen, sondern echte Leader haben Follower. Die spannende Frage ist, wie kann ich auch als Unternehmer diese Zeit nutzen, um mich neu zu justieren, Orientierung zu geben, Klarheit zu schaffen? Wenn wir heute in der Haltung agieren: Ruhe bewahren und weitermachen, dann erlebt man uns als souverän. Das bedeutet nicht, dass wir keine Angst haben dürfen, aber es bedeutet, dass wir mit dieser Thematik völlig anders umgehen. Da wir die Angst benennen und sie kennen, sind wir in der Lage, zu steuern und zu planen. Deshalb mein Appell an alle UnternehmerInnen, Selbständige und auch Mitarbeitende: Haben Sie Mut, gestehen Sie sich Ängste ein, aber so, dass Sie sie in neue Energie wandeln könnt. Damit dies nachhaltig gelingt, braucht jeder Gründer und jeder, der bereits lange Jahre im Entrepreneurship tätig ist, bestimmte Kompetenzen. 

Unternehmerkompetenz auf dem Prüfstand

Sehen Sie es einmal als Ihr persönliches Projekt, die Kompetenzen, die Sie unternehmerisch haben und brauchen auf den Prüfstand zu stellen. Daraus können Sie einiges an Information ableiten, die es Ihnen ermöglichen, sowohl bei einer Unternehmensgründung als auch mit den Herausforderungen der aktuellen Zeit entrepreneurial strategisch und operativ klug zu agieren. Ben Schulz hat hierfür den Unternehmerpersönlichkeits-Test entwickelt, der vier Kompetenzfelder identifiziert, die für Unternehmer und Selbstständige eine zentrale Rolle spielen. In 21 Fragen werden die Unternehmeridentität, die Selbstführungskompetenz sowie die strategische und operative Kompetenz beleuchtet. Danach ermittelt das System Ihre individuellen Handlungsempfehlungen in Echtzeit.


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