Ich merke, wie angespannt ich bin

Wenn Planung plötzlich Gewicht bekommt

Vor 2 Tagen habe ich mein Motorrad beim Händler abgeholt. Die letzten Checkups sind gemacht. In dieser Woche geht die Maschine zum Logistiker. Dort wird sie vorbereitet für die Flugfracht nach Alaska.

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So nüchtern kann man das schreiben: Motorrad abgeholt. Checkup erledigt. Logistik läuft.

Aber innerlich fühlt es sich anders an. Ich merke, wie angespannt ich bin. Von Tag zu Tag mehr. Da ist eine Unruhe in mir, die ich nicht einfach wegorganisieren kann. Über sieben Monate Planung mit meinem Team liegen hinter uns. Strecken. Partner. Inhalte. Technik. Kommunikation. Zoll. Termine. Abläufe. Und trotzdem wird es jetzt ernst.

Am 24. Juni startet Mission Hoffnungsträger 2.0.

Anchorage nach Vancouver. Alaska. Yukon. British Columbia. 14 Tage. 3.700 Kilometer. Eine Strecke. Und jeden Tag die Frage: Was zeigt mir diese Straße über Führung und über mich selbst?

Nachts wird der Kopf laut

Ich sage es ganz ehrlich: Ich schlafe unruhiger. Ich werde nachts wach und plötzlich ist der Kopf voll. Wird mit dem Zoll in Alaska alles sauber laufen? Was passiert, wenn mit der Maschine auf der Strecke etwas ist, das ich selbst nicht lösen kann? Was kann alles schiefgehen? Was habe ich trotz aller Planung übersehen?

Und dann kommt noch der ganz normale Unternehmeralltag dazu. In den nächsten drei Wochen stehen noch viele Beratungstermine bei Kunden an. Workshops. Gespräche. Verantwortung. Entscheidungen.

Da ist keine romantische Abenteuerstimmung.

Da ist Druck... Da ist Vorfreude... Da ist Respekt...

Und da ist dieses flaue Gefühl, das sich meldet, obwohl ich weiß: Die Planung ist gut. Mein Team hat sauber gearbeitet. Die Strecke ist vorbereitet. Die Kommunikation steht. Die Maschine ist geprüft.

Trotzdem bleibt ein Rest Unsicherheit. Vielleicht ist genau das der Punkt.

Mut fühlt sich selten sauber an

Ich sage in meinen Workshops und Vorträgen immer wieder diesen einen Satz:

Mut ist, eine Entscheidung zu treffen, obwohl ich nicht weiß, ob es klappt. Ich tue es, weil es Sinn macht.

Jetzt steht dieser Satz nicht auf einer Folie. Jetzt steht er vor mir.

In Form einer Maschine, die in ein Flugzeug nach Alaska geht. In Form einer Route, die nicht einfach nur schön ist. In Form einer Mission, die mich selbst wieder an die Stellen führt, an denen ich Führung nicht erklären kann. Ich muss sie leben.

Das ist herausfordernd.

Denn Mut klingt stark, wenn man darüber spricht. Mut fühlt sich anders an, wenn man nachts wachliegt und merkt, wie viele Dinge man nicht kontrollieren kann.

Genau da beginnt Selbstführung. Nicht im Moment, in dem alles ruhig ist. Sondern dann, wenn die inneren Stimmen lauter werden. Wenn Angst und Zweifel gute Argumente findet. Wenn Klarheit sich anstrengen muss.

Wer sitzt bei dir am Steuer?

Im vergangenen Jahr haben über 40.000 Menschen die Mission nach Norwegen zum Nordkap begleitet.

Viele haben gelesen. Viele haben kommentiert. Viele haben geschrieben. Aber das Entscheidende waren nicht die Zahlen. Das Entscheidende waren die Fragen, die geblieben sind.

Eine davon war:

Wer sitzt bei dir am Steuer, deine Angst oder deine Klarheit?

Diese Frage hat viele getroffen. Mich auch.

Weil sie so einfach klingt. Und weil sie kaum Ausweichraum lässt.

Ich merke gerade selbst, wie schnell meine Befürchtungen ans Steuer wollen. Sie kommt nicht laut. Sie kommt vernünftig. Sie sagt: Denk nochmal alles durch. Sichere dich noch mehr ab. Kontrolliere noch eine Schleife. Plane noch ein Szenario.

Klarheit sagt etwas anderes.

Sie sagt: Du hast geplant. Du hast Verantwortung übernommen. Jetzt musst du losfahren.

Hoffnung braucht Bewegung

Genau deshalb geht diese Mission weiter.

Hope & Trust Leadership ist für mich gerade kein Begriff aus einem Konzeptpapier. Es ist ein täglicher Realitätscheck. Hoffnung gibt Richtung. Vertrauen aktiviert. Und Handlungsfähigkeit entsteht erst, wenn ich aufhöre, meine ganze Energie in das zu stecken, was ich nicht kontrollieren kann.

Ich muss meinem Team vertrauen.
Ich muss der Vorbereitung vertrauen.
Ich muss der Maschine vertrauen.

Und ich muss mir selbst zutrauen, unterwegs Entscheidungen zu treffen, wenn der Plan nicht mehr reicht.

Führung im Mittelstand fühlt sich oft genau so an.

Du hast Verantwortung. Du hast Druck. Du hast Menschen, die auf Orientierung warten. Und gleichzeitig weißt du: Es gibt keine Garantie. Kein Zollstempel fürs Leben. Keine Ersatzmaschine für jede Krise. Keine hundertprozentige Sicherheit.

Die Frage ist dann nicht, ob du Angst oder Zweifel hast. Die Frage ist, ob Angst führt.

Ab 24. Juni wird es konkret

Ab dem 24. Juni nehme ich dich wieder mit. Jeden Morgen um 07:30 Uhr. Beobachtungen, Führungsfragen und der Realitätscheck. Für Geschäftsführer, Inhaber, Unternehmer und Führungskräfte im Mittelstand, die Führung ernst nehmen.

Wenn du letztes Jahr dabei warst: Welche Frage ist geblieben?

Und wenn dir eine Führungskraft einfällt, die diese 14 Tage ebenfalls mitgehen sollte, schick ihr diese Mission.

Als Sparring. Als Spiegel.

Als Erinnerung daran, dass Führung dort beginnt, wo du nicht mehr alles kontrollieren kannst und trotzdem Verantwortung übernimmst.

Ben Schulz
Autor: Ben Schulz

Ben Schulz ist Unternehmer, Autor, Redner und Consultant für Geschäftsführer und Führungsteams in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Der Vorstand des Unternehmensberatung Ben Schulz & Partner AG legt den Schwerpunkt seiner Tätigkeit, gemeinsam mit seinem Team, auf die Schwerpunkte Unternehmensleitbildentwicklung, Kulturwandel, Führungskräfteentwicklung und strategischen Unternehmersparrings, bei denen es um die Steigerung von Perfomance geht.

Mission Hoffnungsträger 2.0: Alaska | Yukon | Kanada

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