Polarisieren – Pflichtprogramm für persönlichen Erfolg

Die Auftaktfolge der neuen Staffel von DSDS letzte Woche hat es mal wieder gezeigt: Wer auffällt, kommt weiter. Und das muss nicht unbedingt durch das Gesangstalent allein sein. Oliver Schmidt ist das mit seinem kompletten Auftritt gelungen und kam mit 3 von 4 Stimmen ins Recall. Uns zeigt das wieder: Wer anders ist, polarisiert. Und wer polarisiert, kriegt echte Fans.

In diesem und anderen Formaten der musikalischen Talentsuche im deutschen Fernsehen zeigt es sich Jahr für Jahr aufs Neue: Unter die Besten kommen nicht unbedingt die besten Stimmen. In die nächste Runde schaffen es vor allem diejenigen, die durch etwas Außergewöhnliches, Herausragendes oder Auffallendes hervorstechen. Wie oft konnten wir beobachten, dass gute Bewerber schlichtweg durchfielen, weil sie nichts Besonderes ausgezeichnet hat. Schließlich wird in dieser Branche nach Menschen gesucht, die eine Fan Base aufbauen können. Dann werden auch Patzer gerne mal entschuldigt.

Bei DSDS & Co. geht es nämlich nur um eins: das Verkaufen. Die Musikkünstler und Anwärter auf den Gewinn verkaufen sich als Person. Jetzt sagen Sie vielleicht: „Erstens will ich ja nicht zu DSDS und zweitens ... zählt denn Qualität heute gar nichts mehr?“ Dieses Format steht als krasses Beispiel dafür, wie Menschen ticken. Dass jemand sein Handwerk beherrscht und Qualität liefert, davon geht der Kunde aus. Das entscheidende Kriterium, wie man sich letztendlich verkaufen kann und wie erfolgreich man damit wird, liegt in der Besonderheit der Person. Unterm Strich muss das Gesamtpaket stimmen. Und da sieht es in anderen Branchen genauso aus wie in der Musikbranche.

Bei einem Zahnarzt, Schreiner, Ingenieur, Techniker, Bäcker, Versicherungsmakler etc. ist das sehr ähnlich. Während Musiker auf der Bühne stehen und im Fernsehen performen, um mit ihrem Gesicht oder ihrem Namen Geld zu verdienen, macht das ein Elektriker, ein Automobilverkäufer oder ein Gastronom direkt am Kunden. Jeder von ihnen steht in der Öffentlichkeit. Jeder von ihnen buhlt um die Gunst der potentiellen Kunden und versucht, sich durch irgendetwas vom Wettbewerb abzuheben. Und das gelingt am besten, wenn man klar kommuniziert, wofür man steht. Dass das nicht jedem gefällt, steht außer Frage. Aber wie heißt es doch so schön: „Everybodies Darling ist everybodies Depp“. Polarisierung dagegen schafft »echte« Fans.

Wenn Sie mit Ihrem Namen oder Ihrem Gesicht Geld verdienen wollen, kommen Sie um Polarisierung nicht herum. Und je stärker Sie polarisieren, desto mehr fallen Sie auf, zeigen, wofür Sie stehen und schaffen eine starke Fan Base – aber auch heftigen Gegenwind. Sind Sie bereit dafür?




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